REFERATINHALTE FACHTAGUNG 14. OKTOBER 2025

Dr. Simon Feldhaus

Integrative Onkologie – Was bedeutet das wirklich?

Krebserkrankungen nehmen immer mehr an Häufigkeit zu, insbesondere in den letzten drei Jahren. Aktuell rechnet man mit ca. 35'000 - 40’000 neuen Krebsfällen in der Schweiz pro Jahr.

Die Schulmedizin kann aufgrund weltweiter Forschungen zwar immer bessere Ergebnisse erzielen, vor allem durch innovative Krebsmittel mit neuen Wirkmechanismen. Aber: Obwohl die betroffenen Patienten nun länger und länger leben, geht es ihnen damit oft ziemlich schlecht.

Viele Krebs-Patienten suchen sich oft – nicht selten ohne Wissen ihrer behandelnden Ärzte – komplementärmedizinische Behandlungsmethoden, um ihre vielfältigen krebstherapiebedingten Leiden zu erleichtern, teilweise deutlich über 60 Prozent.

Die Integrative Onkologie setzt sich zum Ziel, schulmedizinische onkologische Massnahmen sinnvoll zu unterstützen und für den Betroffenen die bestmöglichen Behandlungserfolge zu sichern. Ideologische Grabenkämpfe werden immer zum Nachteil des erkrankten Menschen führen und müssen unter allen Umständen vermieden werden.

Doch viel zu oft werden unseriöse, nicht wirksame, aber heilversprechende Methoden angeboten, da viel zu wenig Wissen über die Komplexität einer integrativen onkologischen Behandlung vorhanden ist.

In diesem Vortrag wird eine aktuelle Zusammenfassung des Wissens, der Denkphilosophien, aber auch der Risiken durch Fehlinformation aus dem Bereich der komplementären Onkologie vermittelt.

Rebecca Mayer, Ernährungsberatung

Ernährung in der integrativen Onkologie – mehr als Zucker weglassen

Welche Rolle spielt Galaktose bei Tumorzellen? Wie lassen sich Kohlenhydrate gezielt einsparen, ohne Lebensqualität zu verlieren? Warum bieten Bücher und Internetquellen keine ausreichende Grundlage? Dieser praxisnahe Vortrag zeigt die Ernährung als zentrales Element integrativer Onkologie. Im Fokus: die Ernährung nach Dr. Johannes F. Coy, ketogene Phasen während der Chemotherapie und der gezielte Einsatz hochwertiger Fette. Es geht nicht um Verzicht, sondern um bewusste Stoffwechselsteuerung – weg von der Kohlenhydratvergärung, hin zu stabilem Fettstoffwechsel. Wie Genuss und Freude am Essen trotz Anpassungen erhalten bleiben, wird anschaulich vermittelt. Praxisnahe Tipps aus der Ernährungssprechstunde zeigen konkrete Umsetzungsmöglichkeiten. Professionelle, individuell abgestimmte Ernährungsstrategien ergänzen die Krebstherapie. Keine „Krebsdiät“ ohne fachkundige Begleitung! Erfahren Sie, wie Ernährung als aktive Selbstfürsorge einen entscheidenden Unterschied im Therapieverlauf erzielen kann. Gewinnen Sie Impulse für Ihre Praxis und neue Perspektiven für die Betreuung onkologischer Patienten.

 

Dr. med. Christoph Dönitz

TCM und Krebs – komplementärmedizinische Konzepte in der Onkologie

Die Integration traditionell-chinesischer Therapieverfahren in die moderne Onkologie bietet zunehmend anerkannte Möglichkeiten zur Symptomkontrolle und Lebensqualitätssteigerung während und nach onkologischen Behandlungen. Der Vortrag beleuchtet evidenzbasierte Einsatzbereiche der TCM – insbesondere Akupunktur, chinesische Arzneimitteltherapie und Ernährung nach den Fünf Elementen – im Rahmen der komplementärmedizinischen Betreuung von Krebspatient:innen. Anhand aktueller Studien werden Wirksamkeit, Indikationen sowie Grenzen der TCM in der integrativen Onkologie diskutiert.

Dr. med. Volker Schmiedel

Mikronährstoffe in der Onkologie – biochemische Stellschrauben, die Leben retten

Viele Betroffene suchen nach Wegen, aktiv zur eigenen Heilung beizutragen.

Welche Rolle spielen dabei Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Selen und Zink in der modernen Onkologie?

Dieses Seminar bietet eine wissenschaftlich fundierte Übersicht zur unterstützenden Wirkung ausgewählter Mikronährstoffe in verschiedenen Phasen der Krebsbehandlung – von der Immunmodulation über Entzündungshemmung bis zur Verbesserung der Therapieverträglichkeit.

Dieses Referat zeigt, dass wir den Beitrag von Nährstoffen in der Krebsprävention und -therapie noch viel ernster nehmen müssen – Evidenz statt Esoterik!

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